"Nachhaltig leben" am Beispiel von Naturvölkern
Bei dem Thema, „Nachhaltig leben“, dachte der Wittlicher Turnverein an Naturvölker, da die-se im Einklang mit der Natur leben. Naturvölker ernähren sich von der Natur, erschaffen sich durch sie Lebens- und Wohnraum und zerstören die Natur nicht.
Die Freizeit erstreckte sich über den Zeitraum vom 28. Juli bis 01. August 2008, der letzten Ferienwoche. Wir trafen uns täglich von 8.00 – 14.00 Uhr.
Die diesjährige Ferien am Ort –Aktion fand montags und donnerstags in der Dualen Oberschule bzw. auf deren Schulhof statt. Dienstags waren wir auf einem Parkplatz nahe dem Wald und im Wald. Mittwochs befanden wir uns zum Sporttag in der Sporthalle der Berufsbildenden Schule. Das Abschlussfest fand auf der Pleiner Schutzhütte mitten im Wald statt.
Nachdem die Kinder eingetroffen waren und sich in ihren Gruppen zusammen gefunden hatten, konnte das jeweilige Programm gestartet werden.
In diesem Jahr nahmen 55 Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren an der Ferien am Ort – Aktion teil. Außerdem hatte der Wittlicher Turnverein Hilfe von 13 ehrenamtlichen Betreuern und der fest angestellten Sportlehrerin. Montag: - Einteilung der Kinder in Naturvölker
- Kennenlern-Spiele in den einzelnen Gruppen
- Gestaltung der Ferien am Ort T-Shirts
- Gesichtsmasken malen
- Olympia Rallye – Präsentation des Erarbeiteten vor den ganzen Gruppe
- Austeilung des Gewinnspiels der AOK und der Sportjugend
Dienstag: - Waldrallye mit Quiz und Fährtenlesen- Siegerehrung
Mittwoch: - Vorstellen des Vereins: 6 Stationen: Trampolin, Basketball, Volleyball,Geräteturnen, Leichtathletik, Judo
Donnerstag: - Basteln und Gestalten der Trommeln, Rasseln, Gesichtsmasken, Ketten- Einstudieren des Tanzes
Freitag: - Erbauen von Tipis im Wald
- Einstudieren des Tanzes mit den selbst gebastelten Instrumenten
- Eintreffen der Eltern
- Vorführung
- Grillen der Bananen und des Brotes
Zwischen den einzelnen Programmpunkten hatten die 54 Kinder genug Zeit, bei Freispielen Energie zu tanken und sich auszutoben.Außerdem gab es jeden Tag Obst und Getränke für kleine Pausen zwischendurch.
In dem Abschlusskreis, der am Ende eines jeden Tages abgehalten wurde, konnten die Kinder den Tag noch einmal reflektieren und sagen, was ihnen besonders gefallen hat, um den Betreuern und der Organisatorin ein Feedback zu geben.
Tagesberichte
1. Tag: Montag, 28. Juli 2008
Einführen der Kinder in das Thema
Die Kinder trafen sich am Montagmorgen an der Dualen Oberschule. Nachdem alle in der Halle angekommen waren, wurden die Kinder in Gruppen eingeteilt, die sich nach dem Alter richteten, natürlich gab es da Kinder die in eine andere Gruppe wollten, was ihnen natürlich auch ermöglicht wurde. Währenddessen wurden die Eltern begrüßt und letzte Hinweise gegeben.
Nachdem sich die Gruppen zusammen gefunden hatten, wurden Kennenlern- Spiele gemacht. Dann wurden die T-Shirts verteilt, um diese gestalten zu können. Hierbei dachte sich jede Gruppe ein spezifisches Symbol aus, das auf den Rücken gemalt wurde. Außerdem überlegte sich jede Gruppe ein Naturvolk, wie die Himba, die Sioux, die Apachen, die Adlerköpfe und das Wasser.
Danach gönnten wir uns eine Frühstückspause mit den mitgebrachten Lunchpaketen und dem Wasser und Obst, das vom WTV gestellt wurde. Als alle ihren Durst und Hunger gestillt hatten, wurden die T-Shirts fertig gebastelt und Gesichtmasken aller Art aufgemalt. Außerdem konnten die verschiedenen Naturvölker Spiele machen.
Beim Abschlussspiel gingen wir alle auf den Schulhof, da sich so langsam die Sonne zeigte und es herrlich warm wurde. Passend zu den diesjährigen Olympischen Spielen machten wir eine Olympia Rallye. Die Gruppen konnten sich ein Land aussuchen, für das sie starten wollten.

Es wurde – man mag es kaum glauben – natürlich für Deutschland gestartet und für Italien, USA, Schweden und die Schweiz. Die Kinder haben sich ihre Flagge gemalt und kleine An-stecker gebastelt, die sie an ihre Kleidung hefteten. So konnte jeder sehen, für welches Land jedes Kind startet. Außerdem haben sie ein Quiz gelöst, die Olympischen Ringe mit der Gruppe dargestellt und alles über ihr Land zusammengetragen was sie wussten. Zum Abschluss wurde in einer Präsentation jedes Land von den Kindern vorgestellt.
Es wurde das Gewinnspiel ausgeteilt, und die Kinder pünktlich von ihren Eltern abgeholt wurden.
2. Tag: Dienstag, 29.07.08
Die Waldrallye
Diesmal trafen sich die Kinder und die Betreuer um 08.00 Uhr auf dem Wohnmobil Parkplatz nahe der Bastenmühle. Wir begannen den Tag mit freien Spielen außerhalb der festen Gruppen. Nachdem dann alle warm und munter waren, starteten die einzelnen Gruppen in einem Zeitabstand von 15-25 Minuten.

Bevor die Naturvölker jeweils starteten, wurden die Kinder noch mit Obst und die Betreuer mit Wasser versorgt, damit die einzelnen Gruppen bei der Wanderung Pause machen konnten, wenn sie dazu Lust hatten. Währendessen durften die anderen Gruppen sich weiter auf dem Parkplatz mit freiem Spiel amüsieren. Die Waldrallye bestand aus mehreren Fragen über den Wald und über Tiere, die den Kindern während der Wanderung durch den Wald und durch den Weinberg gestellt wurden. Des Weiteren sollten sie Tierspuren, Bäume und Blätter anhand von Bildern erkennen. Hierbei hatten die Kinder schon ein erstaunlich gutes Wissen, das konnte selbst bei unseren Jüngsten festgestellt werden.

Unterdessen wurde die Waldrallye ausgewertet. Zum Schluss gab es noch eine Siegerehrung, bei der die 1. bis 3. Plätze eine Urkunde erhielten.
Und wie am Tag zuvor wurden die Kinder um 14 Uhr von ihren Eltern abgeholt.
3. Tag: Mittwoch, 30.07.08
Der Sporttag
Der Sporttag fand in der Sporthalle der Berufsbildenden Schule statt. Der Wittlicher Turnverein stellte sechs von seinen zehn Abteilungen vor: Trampolin, Basketball, Volleyball, Geräteturnen, Leichtathletik und Judo.
Nachdem alle Kinder eingetroffen und sich in ihren Gruppen zusammen gefunden hatten, konnte der Sporttag beginnen. Nach dem Aufwärmen verteilten sich diese an die einzelnen Stationen.

Die Halle, die aus drei Hallenteilen besteht, wurde geteilt, so fand Trampolin und Judo, Basketball und Volleyball, und Geräteturnen und Leichtathletik in einem Hallendrittel statt.
Alle Gruppen haben einen Zeitplan erhalten und konnten sich danach richten um wie viel Uhr sie an welcher Station waren. Sie hatten jeweils eine dreiviertel Stunde Zeit, um die Sportart kennen zu lernen.
Beim Trampolin konnten die Kinder einfache Sprünge wie Strecksprung, Hocksprung und sogar schon den Sitzsprung üben. Beim Basketball hielten die beiden Übungsleiter ein altersgerechtes „Training“ ab: die Kinder lernten den Ball fangen, passen, es wurden sogar Würfe auf den Korb mit Erfolg durchgeführt. Beim Volleyball lernten die Kinder baggern und pritschen und Regeln kennen. Beim Geräteturnen konnten die Kinder sich am Barren, am Bock und am Boden ausprobieren. Bei der Leichtathletik wurde ein Laufparcour und Weitsprung vorgestellt und geübt. Beim Judo waren die Kinder auffällig leise, was uns natürlich zeigte, dass das etwas ganz Aufregendes für sie war. Die Kinder lernten verschiedene Griffe, wie z.B. Kaesa-gatame, o-eoshi, o–soto–otoshi. Sie durften versuchen, sich daran zu hindern aufzustehen zu können und sie konnten sogar einen Wurf ausprobieren.

Der Tag war für die Kinder, aber auch für die Betreuer sehr erlebnisreich, aber auch sehr anstrengend. Um 14 Uhr wurden die kleinen Sportler von ihren Eltern abgeholt.
4. Tag: Donnerstag, 31.07.08
Heute trafen wir uns wieder an der Sporthalle der Dualen Oberschule und es war morgens um 8 Uhr schon herrlich warm war, blieben wir direkt draußen auf dem Schulhof. Wir starteten den Tag mit freiem Spielen in einem produktivem Chaos außerhalb der Gruppen.
Nachdem wir uns erstmal so richtig ausgetobt hatten, konnten alle Kinder Rasseln basteln und sich wieder Gesichtmasken malen. Die Rasseln wurden aus Klopapierrollen, Papier, Kleber und Reis gebastelt und konnten dann noch individuell bemalt werden.

Danach stärkten wir uns bei Wasser, Obst und unseren mitgebrachten Lunchpaketen. In der Zeit kam auch Eva Neumann von der Sportjugend mit ihrer Tochter. Nachdem die Leitung ihr kurz erzählt hatte, wie die diesjährige „Ferien am Ort“ – Aktion abläuft, setzten wir uns noch mit einigen Kindern und einer Betreuerin zusammen, und die Kinder konnten erzählen, was sie alles gelernt und erfahren hatten. Hier einige Beispiele: es gab einen Sprechstock, d.h. es durfte nur derjenige reden, der den Sprechstock in der Hand hielt; es wurde eine Ameisenstadt in einem morschen Stück Holz gefunden; Naturvölker leben bescheiden und ausschließlich von dem was die Natur ihnen bietet; es wurde herausgefunden, dass bei der Mammutjagd, als es noch keine Waffen gab, diese in eine Schlucht getrieben wurden. . .
Beim zweiten Teil des Tages wurden die Kinder in 3 Gruppen aufgeteilt und zwar in die Trommler, die Kettenmacher und die Tänzer.
Die Kinder waren wieder voller Elan und „stürzten“ sich auf die Materialien zum Basteln.
Hauptsächlich Jungs bastelten die Trommeln, die aus einem Blumentopf, aus Packpapier und Kleber hergestellt wurden, und auch hier dufte jeder seine Trommeln noch individuell gestalten.
Bei den Ketten bastelten mit voller Konzentration fast nur Mädels ihre Ketten in vielen verschiedenen Varianten. Für das Basteln der Ketten standen Perlen aus verschiedenen Naturfarben, bunte Strohhalme, Kugeln aus Bast und Perlonfäden zur Verfügung. Bei den Tänzern befanden sich auch hauptsächlich Mädchen, die mit ihren Betreuern ohne Pause an ihrem Tanz bastelten und probten. Zwischendurch wurden auch Haarsträhnen und Armbändchen aus Wolle angefertigt.

Nachdem dann der Schulhof wieder aufgeräumt war, kamen auch schon die Eltern, um ihre Kinder abzuholen.
´
5. Tag: Freitag, 01.08.08
Abschlussfest
Dieser Tag sollte ein ganz besonderer werden, deswegen haben wir dazu die Pleiner Schutzhütte ausgewählt, die sich mitten im Wald befindet.
Nachdem alle Kinder dorthin gefunden hatten, konnten sie austoben und sich beschäftigen, wozu sie Lust hatten. Viele haben die Möglichkeit genutzt und sind in den Wald gegangen und haben dort prächtige Tipis gebaut. Jedes sah anders aus und hatte seinen eigenen Stil. Die anderen gestalteten nochmals Ketten oder ließen sich von ihren Betreuern Haarsträhnen eindrehen bzw. flechten.

Gegen 12 Uhr kamen die ersten Eltern. Als dann nach einer Weile alle eingetroffen waren, wurden diese von der Leitung begrüßt und in den Wald „geschickt“, um sich die prachtvollen Tipis anzusehen. Danach konnte die Vorstellung beginnen: ein Mädchen trug ein Gedicht vor, es wurden Pyramiden gebaut. Als Höhepunkt des Tages wurde der Tanz, zu dem auch gesungen wurde, vorgeführt.
Dieser wurde von den selbst gebastelten Instrumenten, den Trommeln und Rasseln, begleitet. Zum Schluss wurden noch Bananen und Brot gegrillt. Den schwarzen Bananen traute niemand, der sie nicht kannte, aber die meisten probierten dann doch und waren begeistert. Die Kinder bekamen noch alle ein Fleischkäsebrötchen. Außerdem wurde den Eltern ein Vordruck mitgegeben, damit sie mit ihren Kindern den individuellen ökologische Fußabdruck ermitteln können.
Nachdem alle gegessen hatten, machten sich die Eltern mit ihren Kindern auf den Weg nach Hause. Das Fest ging dem Ende entgegen . . . !
Die Ferien am Ort – Aktion war ein voller Erfolg, alle Kinder und Betreuer hatten viel Spaß und haben viel dazu gelernt. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, da fast durchgehend die Sonne geschienen hat. Wir freuen uns auch jetzt schon auf das nächste Jahr und hoffen, dass wieder so viele Kinder teilnehmen und wir wieder so viel Hilfe von ehrenamtlichen Betreuern bekommen.

